3, 2, 1, JUGGER


Jugger wird bei uns im Verein an verschiedensten Stellen gespielt. Ob in der Jungschar oder dem Jugendkreis, auf Freizeiten oder großen Festen – Gejuggert wird immer, egal bei welchem Wetter!


Jugger ist ein actionreicher und taktischer Mannschaftssport, in dem zwei Mannschaften versuchen, in den Besitz eines Spielballs, dem Jugg, zu kommen bzw. den gegnerischen Läufer  vom Ball fernzuhalten und Punkte zu erzielen.

Dabei wird mit Schaumstoff gepolsterten Spielgeräten gespielt, den sogenannten „Pompfen“. Diese gibt es in unterschiedlichen Ausführungen und Längen. Sie erinnern dabei an mittelalterliche Speere und Schwerter, aber wesentlich ungefährlicher. Lediglich der Läufer besitzt keines dieser Spielgeräte, ist aber auch der Einzige, der den „Jugg“ tragen darf. Ein Punkt wird erzielt, indem der Ball im gegnerischen Tor, „Mal“ genannt, abgelegt wird.


Gerne verleihen wir unser Jugger-Set gegen eine Verleihgebühr von pauschal 50,-€.

Infos zum Jugger-Set und zum Verleihen gibt es im CVJM Büro bei Tobias Rompf. Per Telefon 07381/ 48 69 oder per Mail info@cvjm-muensingen.de


Hier ein paar Eindrücke vom Juggern:



Juggerturnier in der Schule

Ein wenig martialisch sehen die Jugendlichen aller Münsinger Schülermitverwaltungen (SMV) schon aus, die sich am Donnerstagvormittag in der Beutenlayhalle mit Schilden, Stangen und Ketten mit Kugeln gegenüberstehen und Jugger spielen. In der Hallenmitte sitzt ein Jugendlicher der monoton auf eine Art Bongo-Trommel haut. Daneben steht Tobias Rompf, Jugendreferent des CVJM Münsingen. Er ist der Schiedsrichter und ruft: „Weißes Team bereit? Schwarzes Team bereit? 3,2,1, Jugger.“ Dann stürmen beide Teams aufeinander zu und schlagen mit Kurz- und Lang-Pompfen (so heißen die unterschiedlich langen Spielgeräte) sowie Kettenbällen aufeinander ein.

Klingt irgendwie nach einer Riesen-Keilerei. Ist es aber in Wirklichkeit gar nicht. Die Kettenbälle, Stäbe und Schilde sind nämlich mit dickem Schaumstoff gepolstert. „Es geht um kontrolliertes Schlagen“, erklärt Rompf und ergänzt: „Es kommt viel auf Geschick, Schnelligkeit und Taktik an.“

Die Jugger-Regeln

Erstmals wurde diese etwas andere Sportart im Endzeitfilm „Die Jugger – Kampf der Besten“, einem australischen Spielfilm aus dem Jahr 1989, gespielt.  Hier kämpfen die Mannschaften, gladiatorengleich, für ihren kargen Lebensunterhalt in einer verwüsteten Mad Max-artigen Umgebung. In der Gegenwart läuft das nun alles etwas anders ab.

Auf einem Spielfeld (Halle oder ein Rasenfeld) von 20 auf 40 Metern postiert sich auf jeder Seite ein Team um ein rundes Gefäß, das Mal. Dieses gilt es zu verteidigen. In der Mitte des Feldes liegt der Jugg, der Spielball. Die Teams bestehen aus Kämpfern und einem Läufer, der als einziger den Jugg schnappen und im gegnerischen Mal ablegen darf. Hierfür gibt es dann einen Punkt.  Hierzu beschützen die Pompfenträger ihren Läufer. Wird man dabei getroffen,  muss man niederknien und aussetzen: Acht Trommelschläge bei einem Kettenschlag und fünf Trommelschläge bei einem Treffer von einem Pompf. Das Spiel ist unterteilt in zwei Halbzeiten und dauert je 100 Trommelschläge.

Im Normalfall bestimmt der Läufer die Taktik seines Teams. Er gibt seinen Pompfenträgern Anweisungen, welchen Weg er nimmt und somit, wo sie ihn zu schützen haben. „Jugger funktioniert nur als Team. Ein Alleingang bringt gar nichts“, ist Christian Bürger, Lehrer von der Münsinger Schillerschule, von dem Spiel, das inzwischen Kultstatus erlangt hat und bei dem es sogar nationale und internationale Meisterschaften gibt, sehr angetan. „Das Tolle ist, dass von klein bis groß alle mitspielen können“, ergänzt seine Kollegin Brigitte Krüger.

Schulübergreifendes Projekt

Tobias Rompf sieht das auch so: „Sport verbindet einfach und da ich selbst ein Jugger-Fan bin, entstand die Idee, ein Projekt für alle Münsinger Schulen gemeinsam durchzuführen. So wurde Jugger in den einzelnen SMVs vorgestellt und dieses Turnier hier organisiert. Ein besonderer Dank geht an die Jugendstiftung der Kreissparkasse Reutlingen, die uns einen Bausatz für die Jugger-Spielgeräte gespendet hat.“