Am 28. April startete mein Flieger von Frankfurt aus nach New York. Dort wollte ich ein paar Wochen bei der Hillsong Gemeinde verbringen, um ihnen als Freiwilliger mitzuhelfen, dabei meine Englischkenntnisse zu verbessern, neue Erfahrung zum Thema Lobpreis sammeln und natürlich auch um die Stadt zu besichtigen.

Vom ersten Moment an, als ich die U-Bahn mitten in Manhattan verlassen habe, war ich von der Stadt überwältigt. Alles ist so unglaublich groß, laut, wild, aber auch wunderschön. Man muss New York erleben, um diese Metropole einschätzen zu können. Nach den ersten zwei Tagen habe ich dann zum ersten Mal einen der vier Sonntagsgottesdienste besucht. Diese finden in einem alten Ballsaal statt, der über 2000 Plätze bietet. Dort herrscht eine sehr tolle, familiäre Atmosphäre, sodass man sich direkt wohl fühlt. Die Gottesdienste sind natürlich sehr von Lobpreis geprägt, da Hillsong auch vor allem durch die Lobpreisbands/-songs bekannt ist. Man merkt sofort, dass der Heilige Geist anwesend ist, alle stehen auf beim Singen und beten Gott voller Leidenschaft an. Und genau diese Leidenschaft hat mich sehr beeindruckt und auch beeinflusst, denn jeder, mit dem ich geredet habe, ist voller Feuer für Jesus und steckt alle in seinem Umfeld mit dieser Begeisterung an, ganz egal ob derjenige „nur“ den Gottesdienst besucht, ein Musiker auf der Bühne ist oder beim Auf- und Abbau hilft. Ab dem zweiten Gottesdienst wurde ich dann dem „Resource-Team“ zugeteilt, das vor und nach den Gottesdiensten die CD’s, Bücher und Kleider von Hillsong verkauft. Durch diese Aufgabe habe ich im Laufe der folgenden Wochen mit etlichen Leuten geredet und viele interessante Gespräche geführt.

Unter der Woche gibt es mittwochs einen kleineren Gottesdienst in einer Kirche, donnerstags ein Gottesdienst für alle ‚Kreativen‘ (sprich alle Musiker, Techniker, Grafikdesigner…). Freitags treffen sich die verschiedenen Jugend-/junge Erwachsenengruppen zu einem Gottesdienst und samstags treffen sich alle Fußballer, um eine Runde zu kicken. Zusätzlich dazu gibt es noch so etwas wie Hauskreise, die sich auch noch regelmäßig treffen.

Im Laufe der Zeit habe ich einige Freundschaften geschlossen und vor allem auch einen Mexikaner namens Guadalupe kennengelernt, der mir angeboten hat, bei ihm zu wohnen. Nachdem ich die ersten Tage in einem Hostel war und anschließend bei einem Angestellten des Hostels für eine Woche gewohnt habe, konnte ich nun endlich zu jemandem von Hillsong ziehen. Das hat die Sache um einiges erleichtert, da ich von nun an immer jemanden hatte, mit dem ich mich unterhalten konnte und gemeinsam alle Events besuchen konnte.

Lupe arbeitet im One World Trade Center und war so immer tagsüber arbeiten. Ich habe währenddessen immer die Attraktionen der Stadt besichtigt, die Sonne in einem der zahlreichen Parks genossen oder auch ab und zu einem der zahlreichen Gitarrenläden einen Besuch abgestattet. Abends haben wir uns dann immer bei den Veranstaltungen getroffen. In ihm habe ich einen sehr guten Freund gefunden, mit dem ich sehr viele gute und intensive Gespräche hatte.

Die Gottesdienste sind alle sehr modern und so ausgelegt, dass sowohl die Leute, die zum ersten Mal in der Kirche sind etwas mitnehmen können, aber auch die, die schon länger dabei sind angesprochen werden von den Predigten. Eine solch gute Mischung wie dort, habe ich bisher nirgends erlebt. Ein Highlight, war Joel Houston (der Kopf der Band Hillsong United und ein Pastor in der Gemeinde) und Justin Bieber, welcher jeden Sonntag die Gottesdienste besucht; er ist sehr eng mit dem Lead Pastor befreundet und ist auch mit vollem Herzen dabei und lobt Gott im Lobpreis voller Hingabe.

In den USA gibt es gerade eine große Erweckung, es bekehren sich jeden Sonntag Leute in den Gottesdiensten und Hillsong eröffnet in vielen Städten neue Gemeinden, wie beispielsweise in Los Angeles, San Francisco oder jetzt erst in Boston.

In meiner Zeit bei Hillsong habe ich etliche Leute kennengelernt und vor allem eines gemerkt: man muss nicht Pfarrer, Jugendreferent oder sonst wie in der Kirche/Gemeinde arbeiten, um in Gottes Bestimmung für sein eigenes Leben zu sein. Ich habe jemandem vom Secret Service (Leibwache des Präsidenten), Entwickler bei Apple, einen Piloten der Air Force, Börsenmakler, Designer, Fotografen, einen Chefentwickler bei Nike, eine Erzieherin oder auch einen Reporter bei einem der größten US-Fernsehsender kennengelernt, die alle bewusst diesen Beruf nach Gottes Plan ausüben, um sein Reich in all diesen Bereichen zu bauen.

Insgesamt war ich in über 20 Gottesdiensten in dieser Zeit und habe etliche tolle Predigten gehört, geniale Zeiten im Lobpreis verbracht und gute Gespräche geführt, was mich alles sehr weitergebracht hat in meinem geistlichen Leben. Das Schönste war aber zu sehen, wie Gott für mich sorgt und immer einen Plan hat, auch wenn man diesen erst im letzten Moment oder gar im Nachhinein wahrnimmt. Gerade die Tatsache, dass ich Lupe getroffen habe und er mich so unglaublich gastfreundlich bei sich wohnen hat lassen, obwohl seine Wohnung aus einem Zimmer mit 4x4m^2 besteht und er quasi alles was er besitzt, mit mir geteilt hat. Und in den letzten Tagen haben mich etliche Leute immer zum Essen eingeladen, selbst der ansässige Supermarktbesitzer hat mir das Frühstück geschenkt. Anfangs war ich nämlich etwas skeptisch, ob ich jemanden finde, bei dem ich wohnen kann und ob mein Geld reicht, weil New York die teuerste Stadt der Welt ist und selbst das günstigste Hostel pro Nacht über 60€ kostet. Doch Gott hat mich reichlich versorgt mit Freunden, Essen und einem Schlafplatz.

Die Reise nach New York war mein größtes Abenteuer, ich wurde von Gott an meine Grenzen geführt, aber dafür mit einer genialen Zeit, guten Freunden und super Erfahrungen belohnt. Ich bin sehr stark in meinem persönlichen Glauben gewachsen und das Feuer in meinem Herzen für Jesus brennt stärker, denn je zuvor.

Jonathan Schwenkedel